Wir Wollen Reden:
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Wir wollen reden.
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Forwarded from IndikativJetzt
Was bei der Energiewende von unehrlichen Klimaideologen stets verschwiegen wird:

"Ein auf fluktuierenden Quellen beruhendes Energiesystem erzeugt zwangsläufig enorme Zusatzkosten: Netzausbau, Speicher, Redispatch, Reservekraftwerke und Vorhaltung gesicherter Leistung."

In diesem Artikel ist der hanebüchene Unfug, der hierzulande betrieben wird, kompakt zusammengefasst.

In Kommentaren zu dieser Thematik sieht man hingegen, wie Gegenrechnungen zu AKWs aufgemacht werden, weil da nicht alle Kosten berücksichtigt seien. Da können sie es auf einmal, bemerken aber ihre Doppelmoral nicht.

Die Billionenschäden für die Zerstörung der Volkswirtschaft, die Verarmung, Arbeitslosigkeit und sinkende Lebenserwartung sind in diese ideologiegetriebene Energiewende übrigens gar nicht eingepreist.

https://bremensogesehen.com/20260606-gastkommentar-peitgen-reiche/
Forwarded from Aya Velázquez
Neuigkeiten im Fall CJ Hopkins: Karlsruhe verweigert Entscheidung über Verfassungsbeschwerde

Infolge der Aufhebung des Freispruchs durch das Berliner Berufungsgericht im Januar 2024 hatte der in Berlin lebende Autor und Satiriker CJ Hopkins eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, und darin mit dem Recht auf Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und künstlerische Freiheit argumentiert - allesamt Grundrechte, die in der deutschen Verfassung garantiert sind.

Hopkins' Anwalt hat heute eine Mitteilung des Bundesverfassungsgerichts erhalten, wonach es keine Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde treffen wird - eine Begründung dazu liefert das höchste Gericht nicht. Die Entscheidungsverweigerung bedeutet für Hopkins, dass seine Verurteilung weiterhin Bestand hat. Nun wird eine Verhandlung zur Strafmaßfestsetzung stattfinden.

Des Weiteren wurde im November 2025 Hopkins’ Wohnung polizeilich durchsucht und sein Computer beschlagnahmt, mit der Begründung, er werde verdächtigt, sein Buch "The Rise of the New Normal Reich: Consent Factory Essays, Vol. III" vertrieben zu haben - dessen Vertrieb außerhalb Deutschlands nicht verboten war. Dazu hatte sein Anwalt eine weitere Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht, die noch anhängig ist. Angesichts der Weigerung des Gerichts, die erste Beschwerde zu prüfen, rechnet Hopkins bei der zweiten Beschwerde jedoch mit dem gleichen Ergebnis. Im Falle einer weiteren Entscheidungsverweigerung würde eine weitere Verhandlung zur Strafmaßfestsetzung stattfinden, inklusive einer erhöhten Geldstrafe als Sanktion dafür, über die Aufhebung seines Freispruchs berichtet, sowie sein Buch verbreitet zu haben.

Hopkins geht davon, das eigentliche Ziel der deutschen Behörden und Gerichte bestehe darin, sein Buch offiziell zu kriminalisieren, zu verbieten und ihn zu zwingen, dessen Verbreitung vollständig einzustellen. Das Buch ist in Deutschland bereits verboten. Er geht davon aus, dass es den Behörden darum geht, den Vertrieb des Buches nun auch weltweit zu stoppen.

CJ Hopkins steht für Presseanfragen bereit: http://cjhopkins.com/

Über das Strafverfahren gegen Hopkins wegen zwei X-Posts - erst Freispruch und dann Verurteilung - habe ich berichtet:
https://www.velazquez.press/p/freispruch-fur-den-us-amerikanischen
https://www.velazquez.press/p/skandalurteil-der-us-amerikanische

Besonders empfehle ich mein Interview mit Hopkins, das einen Einblick in sein spannendes Denken jenseits des ihm vom deutschen Staat aufoktroyierten, kafkaesken Strafprozess gibt:
https://www.velazquez.press/p/ich-glaube-nicht-dass-der-totalitarismus

Sowie das sehenswerte Interview mit Hopkins beim Kollegen Bastian Barucker:
https://www.youtube.com/watch?v=O4BVCncjqqo (Englisch)
https://www.youtube.com/watch?v=kuNaB5v0Q6M (Deutsch)

t.me/ayawasgeht
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🇺🇸🇮🇷 More US Strikes On Iran

▪️It's clear the US was planning escalation, seeking to knock over whatever Iran was trying to rebuild following the February-March US aggression, used Israel to break the illusion of ceasefire to escalate, and is attempting to dismantle parts of Iranian defenses particularly along the coasts;

▪️This will continue the same way the US has maintained cycles of fake talks and escalation vis-a-vis Russia in Ukrainen;

▪️Essentially this is "mowing the grass," rather than "paving the lawn" because US military industrial production simply is incapable of providing the capabilities to do the latter;

▪️US policy toward Iran mirrors its Russian policy, placing multi-domain pressure on Iran in the hopes synergies between pressures cause something somewhere to crack;

▪️Meanwhile, the US continues prepping Europe to confront Russia more directly amid the US proxy war in Ukraine;

▪️As warned all the way back in February 2025, the US is using a "division of labor" to maintain the war in Ukraine through Europe while pivoting primary attention to its war on Iran and further encircling China in the process;

▪️Whether it works or not is up to the multipolar world - it has prepared for this campaign of global aggression and is weathering it - but so far appears unable to deter the US from escalating;
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Brian Berletic's New Atlas Channel
🇺🇸🇮🇷 More US Strikes On Iran ▪️It's clear the US was planning escalation, seeking to knock over whatever Iran was trying to rebuild following the February-March US aggression, used Israel to break the illusion of ceasefire to escalate, and is attempting to…
And the Continued Controlled Demotion of West Asia's Energy Market + Global Economy

...and part of encircling China includes crippling energy production in West Asia (Middle East) and reducing energy exports to China and the rest of Asia.

By cutting off other nations in Asia, including US proxies/potential proxies, from West Asian energy exports, it increases energy dependence in Asia on the US, thus enhancing US leverage in disrupting their respective ties to China, just as the US did to Europe regarding Russian energy exports.

Too much time between attacks on Iran might create a sense of stability the US is deliberately erasing from West Asia and global energy markets.
🇺🇸🇮🇷 Weitere US-Luftangriffe auf den Iran

▪️Es ist offensichtlich, dass die USA eine Eskalation geplant hatten, um alles zu zerstören, was der Iran nach der US-Aggression im Februar und März wieder aufzubauen versuchte; sie nutzten Israel, um die Illusion eines Waffenstillstands zu zerstören und die Lage zu verschärfen, und versuchen nun, Teile der iranischen Verteidigungsanlagen, insbesondere entlang der Küsten, zu zerstören;

▪️Dies wird genauso weitergehen, wie die USA gegenüber Russland in der Ukraine einen Kreislauf aus Scheingesprächen und Eskalation aufrechterhalten haben;

▪️Im Wesentlichen handelt es sich hierbei eher um „Gras mähen“ als um „Rasen pflastern“, da die militärisch-industrielle Produktion der USA schlichtweg nicht in der Lage ist, die dafür erforderlichen Kapazitäten bereitzustellen;

▪️Die US-Politik gegenüber dem Iran spiegelt ihre Russland-Politik wider und übt multidomänenübergreifenden Druck auf den Iran aus, in der Hoffnung, dass Synergien zwischen den Druckmaßnahmen irgendwo zu einem Zusammenbruch führen;

▪️Unterdessen bereiten die USA Europa weiterhin darauf vor, Russland im Rahmen des US-Stellvertreterkriegs in der Ukraine direkter zu konfrontieren;

▪️Wie bereits im Februar 2025 gewarnt, nutzen die USA eine „Arbeitsteilung“, um den Krieg in der Ukraine über Europa aufrechtzuerhalten, während sie ihre Hauptaufmerksamkeit auf ihren Krieg gegen den Iran richten und dabei China weiter einkreisen;

▪️Ob dies funktioniert oder nicht, hängt von der multipolaren Welt ab – sie hat sich auf diese globale Aggressionskampagne vorbereitet und hält ihr stand –, doch bislang scheint sie nicht in der Lage zu sein, die USA von einer Eskalation abzuhalten;

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
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Und der anhaltende kontrollierte Abbau des westasiatischen Energiemarktes + der Weltwirtschaft

...und ein Teil der Einkreisung Chinas besteht darin, die Energieproduktion in Westasien (Naher Osten) lahmzulegen und die Energieexporte nach China und in den Rest Asiens zu reduzieren.

Indem andere Nationen in Asien, einschließlich US-Verbündeter oder potenzieller Verbündeter, von den westasiatischen Energieexporten abgeschnitten werden, erhöht sich die Energieabhängigkeit Asiens von den USA, wodurch die Einflussmöglichkeiten der USA gestärkt werden, die jeweiligen Beziehungen zu China zu stören – genau wie es die USA gegenüber Europa in Bezug auf russische Energieexporte getan haben.

Zu lange Zeitabstände zwischen Angriffen auf den Iran könnten ein Gefühl der Stabilität erzeugen, das die USA bewusst aus Westasien und den globalen Energiemärkten tilgen wollen.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
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Ich finde die Thesen von Brian Berletic plausibel. Tom
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Forwarded from o lefkos pyrgos
Martin Sonneborn heute auf X:

Die Financial Times behauptet, Kaja Kallas wäre als EU-Außenbeauftragte so d̶u̶m̶m̶ grottenschlecht gewesen, dass Deutschland, Frankreich & paar andere überlegten, zusammen mit ihr gleich das ganze (erst 2009 geschaffene) EU-Außenamt abzuschaffen.

Wie fast jeder in Brüssel weiß, ist das natürlich falsch. Denn es ist nicht der Plan irgendwelcher EU-Mitgliedsstaaten, sondern der vonderLeyens. Nachdem sie Kompetenz & Widerspruch in ihrer Kommission gründlich ausgerottet hat, ist die piefige Deutsche mit dem nervtötenden Hang zum Autoritarismus im siebten Jahr der Amtsausübung nun v̴ö̴l̴l̴i̴g̴ ̴v̴e̴r̴r̴ü̴c̴k̴t̴ ein wenig übermütig geworden:
Sie will den EU-Ratspräsidenten abschaffen, weil sie es selber machen will.
Sie will die EU-Außenbeauftragte abschaffen, weil sie es selber machen will.
Und eigentlich will sie auch das EU-Parlament abschaffen, weil… Sie wissen schon.

DU SOLLST KEINE PRÄSIDENTIN HABEN NEBEN MIR!
… soll der offizialisierte Wahlspruch & das erste Gebot im demokratisch-europäischen Neofeudalismus sein.

VonderLeyen sieht sich tatsächlich als eine Art Queen: Sie hat sich vorgenommen, lustige Hüte aufzusetzen und im Amt zu sterben.

Und es mag ja sein, dass Deutschland und Frankreich das unterstützen. Aber damit unterstützen sie nicht die Kritik an der falschen Ausrichtung, Ineffizienz oder Dummheit irgendeiner Institution oder estnischen EU-Beamtin, sondern die weitere Entmündigung der EU-Bürger, die weitere Zentralisierung von Entscheidungsgewalt in einer demokratisch nicht (hinreichend) legitimierbaren EU-Struktur und vonderLeyens absolutistischen Würgegriff nach der (total totalitären) Macht.

Allein, dass sie offen ein derartiges Ansinnen verfolgen kann, ohne hochkant aus dem Amt zu fliegen, zeigt, was für ein kranker Alp aus dem Fiebertraum einer „europäischen Demokratie“ geworden ist.

Und lassen Sie sich Folgendes von einem sagen, der alles gesehen hat & es daher wissen muss:

„Seien Sie vorsichtig. Wenn eine Demokratie krank ist, kommt der Faschismus an ihr Bett, aber nicht, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen.“
(Albert Camus)
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Forwarded from Aya Velázquez
CJ Hopkins hat mit einem satirischen Essay auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, über seinen Fall nicht entscheiden zu wollen, reagiert:

"Wenn Sie sich fragen, warum das deutsche Höchstgericht beschlossen hat, nicht über meinen Fall zu entscheiden, und warum die Richter eine Begründung für ihre Entscheidung verweigert haben … nun, stellen Sie sich einfach vor, sie wären gezwungen gewesen, protokollarisch zu erklären, warum das 'Spiegel'-Titelbild rechtmäßig ist, das Cover meines Buches hingegen eine 'Hassstraftat' darstellt.

Das wäre beruflich vielleicht etwas peinlich gewesen."

https://cjhopkins.substack.com/p/how-i-learned-to-stop-worrying-and

t.me/ayawasgeht
Wir Wollen Reden:
https://kodoroc.de/2026/06/12/fast-zwei-jahre-verschleppt/
" ... ist diese Nachricht bislang vornehmlich in der Finanzpresse (!) verbreitet worden. Die Pharmaprofite waren so haushoch wie die EuGH-Gebäude.
... "
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Kölner Lokalpresse im Kampf gegen den eigenen Wirtschaftsstandort

Ksta 12.6.2026

Der Kölner Stadtanzeiger (ksta) berichtet in hämischem Ton: "Stromausfall legt Phantasialand lahm". Bei den Gästen habe es am gestrigen Donnerstag "lange Gesichter" und "Enttäuschung" gegeben. Der ksta berichtet minutiös über zeitweise Ausfälle einzelner Fahrgeschäfte und erzeugt so den Eindruck, im Brühler Freizeitpark gehe es drunter und drüber.

Tatsächlich ist der Vorfall ein perfektes Beispiel für den Niedergang des Wirtschaftsstandorts Deutschland aufgrund maroder Infrastruktur und falscher politischer Prioritäten. Und für den Kampf unserer "Qualitätsmedien" gegen weltbekannte dt. Leuchtturm-Firmen und wichtige regionale Arbeitgeber.

Wer den Artikel ganz liest, erfährt, was wirklich los war: "Gegenüber dieser Zeitung erläuterte die Sprecherin des Phantasialands, Christina Herrmann, die Situation: „Es ist zu Stromschwankungen im Netz außerhalb des Phantasialandes gekommen. Das führt dazu, dass unsere Attraktionen automatisch in eine Sicherheitsabschaltung gegangen sind.“ Sie fügte hinzu, dass dies das korrekte Vorgehen in einer solchen Situation sei."

Es ist typisch deutscher Qualitätsjournalismus, dass Kölns wichtigstes Lokalblatt trotz dieser Faktenlage kein einziges Wort der Kritik über die Brühler Stadtwerke ("Ihr zuverlässiges Netz in Brühl") und die Brühler Politik formuliert, und stattdessen einen der größten lokalen Arbeitgeber systematisch runterschreibt. Über zeitweise Ausfälle von Fahrgeschäften wird gerne detailliert berichtet. Über die vielen Auszeichnung von Attraktionen des Freizeitparks heißt es dagegen lapidar, das Phantasialand habe "Schulterklopfer" eingeheimst.

Ich bin Lokalpatriotin. Ich kann sowas nicht lesen, ohne einen Wutanfall zu kriegen. Man hat manchmal das Gefühl, die Redaktion des Kölner Stadtanzeigers hat Dauerkarten für den Europapark, Movieworld Bottrop oder de Efteling. Deren Eintrittspreise, Fun Fact, deutlich über jenen des Phantasialands liegen.

@Dr_Mona_Aranea
Forwarded from MT News - Deutsch
Diehl Defence will Produktion ukrainischer Flamingo-Marschflugkörper nach Deutschland verlagern

Der deutsche Rüstungskonzern plant eigenen Angaben zufolge, die Produktion der ukrainischen Langstrecken-Marschflugkörper vom Typ Flamingo nach Deutschland zu verlagern. Dies berichtet die Financial Times unter Verweis auf Unternehmenschef Helmut Rauch.

Demnach hat der Konzern bereits im April ein Technologieabkommen mit dem ukrainischen Hersteller Fire Point unterzeichnet. Details dazu wurden bislang nicht veröffentlicht. Rauch erklärte, Diehl Defence könne für die Flamingo-Raketen eine deutlich fortschrittlichere Zielsteuerung anbieten. In den kommenden Wochen sollen zudem Gespräche zwischen der deutschen und der ukrainischen Seite stattfinden.

https://de-rtnews.com/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/

@MTnews_Deutsch
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Forwarded from Michael Meyen
Eine Woche Tagesschau – und ein Blick auf das Weltbild, das gut zehn Millionen Menschen Abend für Abend präsentiert bekommen.

Ich habe acht Ausgaben aus einer Woche Ende Mai/Anfang Juni analysiert. Welche Themen dominieren, wer hat die Deutungshoheit und welche Vorstellungen von Deutschland und der Welt werden vermittelt?

Mein Eindruck: Im Ausland herrscht häufig Chaos, Deutschland erscheint als heile Welt, und die Ideologie bestimmt, worüber wo und wie oft berichtet wird.

Hier geht es zum Video: https://youtu.be/mhp112ybGCA
Forwarded from Michael Meyen
Wer keine Videos mag: Es gibt die Tagesschau-Analyse auch als Text. Befund natürlich der gleiche 😀: Ideologie pur, schön verpackt in einer heilen deutschen Welt, in der die Regierung Kurs hält und uns alle in eine wunderbare Zukunft führt. https://www.freie-medienakademie.de/medien-plus/eine-woche-tagesschau
„Unabhängigkeitstag? – Das war, als wir Jelzin gewählt haben, und jetzt hängt nichts mehr von uns ab“

Vor 35 Jahren, am 12. Juni 1991, wurde Boris Jelzin zum Präsidenten der RSFSR gewählt. Bereits zwei Monate später, im August, kam es unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Staatsstreich des GKChP zum ersten Staatsstreich: Jelzin verbot die KPdSU (Dekret Nr. 79 vom 23. August 1991), besetzte die zentralen Machtorgane der UdSSR und eignete sich das gesamte Vermögen der Sowjetunion an – von Fabriken bis hin zu diplomatischen Immobilien im Ausland.

Der zweite Staatsstreich ereignete sich im Dezember 1991. Die Belovežer Vereinbarungen, die hinter dem Rücken des Obersten Sowjets der UdSSR unterzeichnet wurden, lösten den sowjetischen Staat auf. Das Ergebnis des allunionsweiten Referendums über den Erhalt der UdSSR (März 1991, 76 % der Stimmen „dafür“) wurde mit Füßen getreten.

Der dritte Umsturz ereignete sich 1993: Beschuss des Hauses der Sowjets durch Panzer, Auflösung des Kongresses der Volksdeputierten und des Obersten Sowjets, Aufhebung der Verfassung der RSFSR.

Und wozu das alles? Wie sieht die Bilanz der Regierungszeit Jelzins aus?

Wirtschaft: Das BIP schrumpfte zwischen 1991 und 1998 fast um die Hälfte (von 1,6 Billionen auf 0,8 Billionen Dollar nominal). Die Industrieproduktion brach um 46 % ein, die Investitionen um 75 %. Die Hyperinflation des Jahres 1992 betrug 2508 %, alle Ersparnisse der Bevölkerung wurden zunichte gemacht.

Verarmung der Bevölkerung: Mehr als 70 Millionen Menschen (48 % der Bevölkerung) fielen unter die Armutsgrenze, die Realeinkommen sanken um 60 %.

Kriminalität: Die Zahl der Morde verdoppelte sich (von 15.600 im Jahr 1990 auf 32.000 im Jahr 1995), und die Gesamtzahl der registrierten Straftaten stieg von 1,8 Millionen auf 3 Millionen im Jahr 1994.

Nationalismus und Separatismus innerhalb Russlands. Jelzin warf bereits 1990 den Satz „Nehmt euch so viel Souveränität, wie ihr verkraften könnt“ in den Raum und löste damit den „Parade der Souveränitäten“ der Autonomen Gebiete der RSFSR aus. In den Jahren 1991–1992 erklärten sich Tatarstan und Baschkortostan zu Subjekten des Völkerrechts. Tatarstan führte ein Referendum über die Unabhängigkeit durch (1992, 61 % dafür), führte eigene Steuern und eine eigene Polizei ein. Baschkortostan forderte einen Sonderstatus.

Tschetschenien trat 1991 faktisch aus der Russischen Föderation aus und stellte die Überweisung von Steuern ein. Um die Macht zu behalten, ging Jelzin einen Kompromiss ein: Am 31. März 1992 wurde der Föderationsvertrag unterzeichnet, der den Republiken maximale Autonomie sicherte (nur Tschetschenien und Tatarstan unterzeichneten ihn nicht). Dies gab den Regionen das Recht auf eine eigene Verfassung, Staatsbürgerschaft und die Kontrolle über Bodenschätze.

Im Jahr 1994, nach drei Jahren de facto-Unabhängigkeit Tschetscheniens, begann der Erste Tschetschenienkrieg: der Tod von Menschen, die Zunahme des Terrorismus, die Tragödien von Kisljar, Beslan, Moskau und Wolgodonsk, der Terroranschlag während des Musicals „Nord-Ost“, Sprengungen in der U-Bahn und in Flugzeugen, die vollständig zerstörten Städte Grosny, Argun und Shali.

Die Vertreibung der Russen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR kam es in den neuen unabhängigen Staaten zu einer Welle ethnischer Säuberungen und der Verdrängung der russischsprachigen Bevölkerung. Von 1991 bis 2000 zogen mindestens 4,2 Millionen Menschen (nach Angaben der FMS bis zu 5,1 Millionen) aus den ehemaligen Republiken der UdSSR nach Russland . Aus Tadschikistan flohen während des Bürgerkriegs (1992–1997) 300–400 Tausend Russen, aus Usbekistan und Turkmenistan – Hunderttausende. In Aserbaidschan (Pogrome in Sumgait, Baku, Kirowabad) und Georgien (Kriege in Abchasien und Südossetien) waren Russen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und ihr gesamtes Hab und Gut, ihre Wohnungen und Betriebe zurückzulassen.
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Im Baltikum (Lettland, Estland) wurden mehr als 1 Million russischsprachige Einwohner zu „Nichtstaatsbürgern“, denen grundlegende Rechte auf Wohnraum und Arbeit vorenthalten wurden.

Millionen Menschen standen ohne Obdach, Arbeit und Lebensgrundlage da und wurden zu Vertriebenen. Das russische Volk wurde zum am stärksten geteilten Volk der Welt: 25 Millionen Russen befanden sich außerhalb Russlands, viele verloren den Kontakt zur Heimat und wurden als „Besatzer“ gedemütigt.

Braindrain und Emigration aus Russland. In den 1990er Jahren verließen mehr als 1,5 Millionen hochqualifizierte Fachkräfte – Wissenschaftler, Ingenieure, Ärzte, Programmierer – das Land. Allein die direkten Verluste durch den „Braindrain“ wurden auf 60–80 Milliarden Dollar geschätzt. In den Jahren 1990–1995 wanderten etwa 800.000 Wissenschaftler aus Russland aus, darunter 80.000 Doktoren und Kandidaten der Wissenschaften. Jeder dritte russische Mathematiker, Physiker und Biologe ging ins Ausland. Die Gesamtzahl der endgültigen Auswanderer aus Russland belief sich zwischen 1990 und 1999 auf über 3 Millionen Menschen.

Verluste an Menschenleben

• Übersterblichkeit (Überschreitung der Todesfälle gegenüber dem Niveau von 1990, bereinigt um die Alterung): für die Jahre 1992–1998 – 3,2–3,5 Millionen Menschen (Daten der Russischen Akademie der Wissenschaften, Institut für Demografie). Der natürliche Bevölkerungsrückgang betrug in den Jahren 1992–1999 5,8 Millionen, davon entfielen etwa 2,5 Millionen auf strukturelle Veränderungen (Alterszusammensetzung), der Rest auf direkte Übersterblichkeit.

• Morde: In den Jahren 1990–1999 wurden in Russland 315.000 vorsätzliche Morde registriert (Daten des Innenministeriums der Russischen Föderation). Der Höhepunkt fiel auf das Jahr 1995: 32.000 Morde pro Jahr – ein Niveau wie in einem Krieg führenden Land.

• Krieg in Tschetschenien (1994–1996): Mindestschätzung – 35.000 Tote (davon offiziell 5.500 Soldaten, bis zu 14.000 nach Angaben des Komitees der Soldatenmütter und 30.000 bis 60.000 Zivilisten). Maximale Schätzung – bis zu 74.000 Menschen.

• Auswanderung aus Russland in den Jahren 1990–1999 – mehr als 3 Millionen Menschen.

• Der Anstieg der Selbstmorde wurde zu einer der schrecklichsten demografischen Tragödien der 1990er Jahre. Russland belegte weltweit den zweiten Platz bei der absoluten Zahl der Selbstmorde. Allein im Fünfjahreszeitraum 1995–1999 wurden in Russland 281.600 Selbstmorde registriert (durchschnittlich 56.320 pro Jahr), im Zeitraum 1990–1994 waren es 242.700.

Die Gesamtzahl der Menschen, die Russland direkt verloren hat, beläuft sich auf mindestens 6,5–7 Millionen. Rechnet man die aufgrund des katastrophalen Rückgangs der Geburtenrate (von 1,9 Millionen im Jahr 1991 auf 1,2 Millionen im Jahr 1999) nicht geborenen Kinder hinzu, übersteigt der demografische Verlust insgesamt 12 Millionen Menschen.

Verluste in Geld und Wirtschaft

• Kapitalabfluss ins Ausland (Nettoabfluss): für die Jahre 1992–1999 – etwa 200 Mrd. $ (Schätzungen der Zentralbank der Russischen Föderation, des Staatskomitees für Statistik und des IWF). Nach inoffiziellen Angaben (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) belief sich der Gesamtabfluss auf 1,1 bis 1,6 Billionen US-Dollar (zu Preisen von 1999, nach Angaben der Weltbank).

• Auslandsverschuldung: stieg von 60 Mrd. $ im Jahr 1991 auf 180 Mrd. $ im Jahr 1998, die Rückzahlungen dafür verschlangen bis zu 30 % des Haushalts. Der Zahlungsausfall am 17. August 1998 löschte die Inlandsverschuldung (GKO-OFZ) vollständig aus und lähmte das Bankensystem.

• Die realen Ersparnisse der Bevölkerung, die durch die Inflation der Jahre 1992–1995 vernichtet wurden, werden auf 200–250 Mrd. $ geschätzt. Die staatlichen Einnahmen aus staatlichem Eigentum (etwa 190–240 Mrd. $) wurden faktisch über Instrumente wie Pfandversteigerungen und die Gutscheinprivatisierung in die privaten Hände der Oligarchen umgeleitet.
• Das Institut für volkswirtschaftliche Prognosen der Russischen Akademie der Wissenschaften schätzte die direkten Verluste an Humankapital (durch den „Braindrain“) und die Kosten für die Ausbildung der ausgewanderten Fachkräfte auf 60–80 Mrd. $.

Der gesamte wirtschaftliche Schaden belief sich auf mindestens 1,5–2 Billionen $ (in Dollarwerten der späten 1990er Jahre).

Zum Vergleich: Das jährliche BIP Russlands betrug 1999 etwa 870 Mrd. $. Somit verlor Russland in den 1990er Jahren fast zwei seiner jährlichen Bruttosozialprodukte.

Soziale und politische Kosten

• Die Lebenserwartung der Männer sank von 64,2 Jahren (1990) auf 57,6 Jahre (1994) – ein beispielloser Tiefstand im friedlichen Europa des 20. Jahrhunderts.

• Der Anteil der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze erreichte 48 % (mehr als 70 Millionen Menschen).

• Der Gini-Koeffizient (Maß für Einkommensungleichheit) stieg von 0,26 (1991) auf 0,40 (1998) – ein Niveau, das dem afrikanischer Diktaturen entspricht.

• Das Gesundheitssystem wurde zerstört: Die Sterblichkeit aufgrund vermeidbarer Ursachen stieg um das 2,5-Fache.

Die Macht der Oligarchen: Die „Sieben-Bankiers-Clique“ regierte im Grunde den Kreml. Bis 1997 wurden 50 % des BIP des Landes von nur acht Finanzkonzernen kontrolliert.

Als Jelzin am 31. Dezember 1999 das Land mit seinem Rücktritt beglückte, verkündete er stolz: „Ich habe alles getan, was möglich war.“ Die nackten Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache: Der wahre Preis von Jelzins Herrschaft sind Millionen verlorener Menschenleben, Billionen verlorener Dollar und vor allem die gestohlene Zukunft mehrerer Generationen sowie der systemische Rückstand Russlands.

https://t.me/iaroslavlistovistorik/730
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