Wir Wollen Reden:
390 subscribers
3.09K photos
934 videos
65 files
5.19K links
Wir wollen reden.
Download Telegram
Kallas: Mehrere EU-Länder haben neue Visabeschränkungen gegen Russland nicht unterstützt

Die EU-Chefdiplomatin erklärte, die Minister hätten die Frage eines erneuten Versuchs zur Enteignung russischer Staatsvermögen angesprochen, jedoch ohne eine Einigung zu erzielen.

Die Tickermeldung hier lesen https://anti-spiegel.ru/2026/kallas-mehrere-eu-laender-haben-neue-visabeschraenkungen-gegen-russland-nicht-unterstuetzt/
👍1
Wir Wollen Reden:
https://multipolar-magazin.de/artikel/eine-russische-verantwortung
" ... Die ZEIT berichtet .. , die Ermittler gingen von mehreren Tätern aus. Der Generalbundesanwalt ermittle „gegen zwei Beschuldigte“: „Gesicherte DNA-Spuren in dem Fall führen nach Litauen, Finnland und Polen.“ Soweit die ZEIT. Dobrindt erwähnt nichts davon. Er konstatiert vielmehr pauschal:

„Zusammen betrachtet belegen polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse eine russische Verantwortung für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig. Die Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4. August zu verantworten hat.“

Punkt. Das war´s. Das Pressestatement von Dobrindt dauert kaum sieben Minuten, die anschließenden Anmerkungen von Wadephul nicht einmal fünf Minuten, darin nichts Konkretes zu den Ermittlungsergebnissen. Anschließend verschwinden die beiden Minister eilig hinter der Bühne. Nachfragen der Presse werden nicht beantwortet – und sind auch gar nicht vorgesehen. Dabei herrscht an Fragen rund um den Drohnen-Vorfall kein Mangel.

So zeigen Überwachungskameras, dass die unwirksame Drohne bereits vier Stunden, bevor sie bemerkt wurde, auf dem Gelände des Flughafens herumflog. Die Tagesschau berichtete dazu bereits am 6. August:

„Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden sollen Mitarbeiter des Flughafens am vergangenen Dienstagabend [4. August] gegen 23:42 Uhr eine Drohne bemerkt haben, als sie ‚schwebend‘ zwischen zwei Antonov-Frachtflugzeugen der staatlichen ukrainischen Fluggesellschaft ‚Antonov Airlines‘ über dem Boden flog. (…) Die Ermittler konnten (...) inzwischen auch Aufnahmen von Überwachungskameras am Flughafen auswerten. Die Sichtung von Kameras des Sicherheitsleitstandes, der zentralen Überwachungs- und Koordinierungszentrale des Flughafens, soll ergeben haben, dass die Drohne offenbar bereits um 19:28 Uhr aus dem südlichen Bereich in den Flughafen eingeflogen und anschließend auf dem Vorfeld gelandet war. Auf den Videoaufnahmen soll kein erneuter Aufstieg der Drohne zu sehen sein. Offenbar aber schwebte die Drohne einige Stunden später in geringer Höhe zwischen den geparkten ukrainischen Frachtflugzeugen, als der Flughafenmitarbeiter sie bemerkte.“

Die Frage liegt auf der Hand: Wenn ein ausländischer Geheimdienst einen Anschlag begehen möchte, warum lässt er sein Tatwerkzeug dann stundenlang in auffälliger Weise in Feindesland vor Ort herumfliegen? Eine denkbare Antwort wäre: Diese Drohne sollte entdeckt werden und flog daher so lange herum, bis sie eben jemand bemerkte. Diese Variante weitet den möglichen Täterkreis allerdings stark aus. Denn an der Wahrnehmung einer Drohnen-Gefahr für die deutsche Öffentlichkeit – nicht aber unbedingt auch an einer Explosion – könnten viele ein Interesse haben: All diejenigen etwa im In- und Ausland, die Deutschland intensiver in den Krieg mit Russland verwickeln wollen. Wenn Deutschland direkt bedroht erscheint, lässt sich Unnachgiebigkeit und auch eine Eskalation gegenüber Russland leichter rechtfertigen. Zusätzlich profitieren auch jene privatwirtschaftlichen Kreise, die öffentliche Großinvestitionen etwa in eine Drohnenabwehr propagieren.
...

Am 1. September folgte dann die überraschend simple Auflösung des Rätsels, versteckt im Kleingedruckten eines Artikels auf tagesschau.de:

„Berichte über eine weitere Drohne, die in der Nacht vom 4. auf den 5. August in unmittelbarer Nähe des Flughafens mit einer DHL-Luftfrachtmaschine kollidiert sein soll, haben sich nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios nicht bestätigt. Demnach gehen die Ermittler davon aus, dass es sich wahrscheinlich um einen Vogel handelte.“

Doch das wilde und ungebremste Spekulieren, an dem sich vermeintlich seriöse Medien beteiligen, erscheint im Kontext der derzeit weiter eskalierenden Kriegssituation alles andere als witzig. Es ist brandgefährlich. Medien, so möchte man den Kollegen zurufen, sollen nicht amtliche Verlautbarungen und diskret übermittelte Hinweise der Geheimdienste nachplappern. Sie sollen kritische Fragen stellen. Eine Aufforderung, die aktuell in den Wind gesprochen scheint."
„Der Politik des Krieges Lieder des Friedens entgegensetzen“
Von Verdi bis Roger Waters, von Lennons „Give Peace a Chance“ bis Kollegah: Das mehrsprachige Online-Magazin macht Friedens- und Antikriegslieder wieder hörbar – derzeit 57 Autoren, 78 Beiträge, vier Sprachen.
https://www.mwgfd.org/2026/07/friedensnoten/
Forwarded from Andrea-Drescher-Texte
Von deutschen Boden darf nie wieder Krieg ausgehen. Hört man auf zu kommunizieren, wird es fast unmöglich, einen Krieg zu verhindern. Was können Du und ich tun? So gut wie nichts - aber wenigstens DIESE Petition von Alexander von Bismarck unterschreiben und teilen.

Ändert das etwas? Vermutlich nicht. Aber es zeigt Euren Kindern und Enkeln, dass ihr mutig genug wart, Eure Stimme zumindest ein wenig zu erheben.

https://www.change.org/p/bismarck-dialog-ruft-auf-das-russisches-haus-in-berlin-zu-erhalten

Wer schweigt stimmt zu. ICH schweige nicht. Und Du?
Verdi unterwirft sich mit vollem Eifer dem Propagandakriegsrecht – Geld und mehr
https://norberthaering.de/propaganda-zensur/dju-dogru/
Wir Wollen Reden:
Verdi unterwirft sich mit vollem Eifer dem Propagandakriegsrecht – Geld und mehr https://norberthaering.de/propaganda-zensur/dju-dogru/
..."Auf Nachfrage des Magazins Multipolar übermittelte ein Sprecher von Verdi eine Stellungnahme des DJU-Bundesvorstands in Absprache mit dem Verdi-Bundesvorstand:
„Es ist fraglich, wie die anfangs im russischen Staatsmedien-Netzwerk platzierte Plattform des Betroffenen zuletzt finanziert wurde und ob es sich hier um unabhängigen Journalismus handelt. Nur dieser wird durch die Pressefreiheit geschützt. Der dju-Bundesvorstand sieht daher – auch in Abstimmung mit dem ver.di-Bundesvorstand – keine Veranlassung, seine Haltung in dieser Sache zu ändern.“
Der Vorstand von dju und Verdi will den Fall Dogru ausdrücklich nicht „als Pressefreiheitsfall“ einordnen und weist die Forderungen aus der dju-Landesfachgruppe zurück.
Die Begründung der Unterstützungsverweigerung für das Mitglied Dogru ist abenteuerlich. Es gibt nicht im Ansatz eine Bestimmung im Grundgesetz, die die Pressefreiheit auf „unabhängige“ Medien und Journalisten begrenzen würde, was immer das bedeuten soll. Hinzu kommt, dass trotz des seit über einem Jahr geltenden Grundrechtsentzugs immer noch „fraglich“ ist, wie Dogrus Medienplattform finanziert wird. Es gibt also immer noch keine Beweise für Behauptungen, sie werde aus Russland finanziert (was nicht einmal illegal wäre)."...
🎙 Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, dass die von Deutschland nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig gegen Russland erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit der innenpolitischen Krise in Berlin stehen

💬 „Was das Vorgehen der deutschen Behörden betrifft, so ist es in erster Linie auf innenpolitische Entwicklungen zurückzuführen. Unternehmen werden geschlossen, Arbeitsplätze fallen weg. Es ist nicht nachvollziehbar, welchem Zweck all das dient. Erklären lässt sich das offenbar nur mit der angeblichen Entgegenwirkung dem „aggressiven Russland“. Doch wo sind die Beweise?“, sagte er.

@RusBotschaft

#Deutschland
Media is too big
VIEW IN TELEGRAM
🎙 Der russische Botschafter in Deutschland Sergej Netschajew äußert sich zu den Vorwürfen der deutschen Seite bezüglich einer angeblichen russischen Beteiligung am Vorfall in Leipzig

💬 Man wirft uns de facto vor, einen Terroranschlag verübt oder zumindest versucht zu haben, einen solchen zu verüben. Für derart schwerwiegende Vorwürfe braucht es Belege, Sachbeweise, Einschätzungen von Fachleuten und eine solide Argumentation. Doch all das fehlt. Deshalb löst diese Situation bei uns zumindest Verblüffung aus.

Wozu sollten wir das brauchen? Wir pflegen gute Beziehungen zu Sachsen und zu Leipzig, dort gibt es zahlreiche Orte mit Russlandbezug. Sollten wir ausgerechnet in den ostdeutschen Bundesländern, kurz vor den Landtagswahlen, antirussische Stimmungen schüren wollen? Das kann kaum jemand ernsthaft glauben.

Sollten irgendwelche Daten vorliegen, dann sollte ein Treffen von Fachleuten und Experten organisiert werden, auch unter Einbeziehung der russischen Seite.  Die entsprechenden Kontakte bestehen. Sie werden überzeugend und anschaulich darlegen, dass das mit der Tätigkeit der Geheimdienste überhaupt nichts zu tun hat. Doch nichts dergleichen geschieht. Es ist offenbar einfacher, Russland für schuldig zu erklären.

Ein solches Vorgehen löst bei uns nicht nur Empörung, sondern auch tiefe Enttäuschung aus – zumal es von Deutschland ausgeht.

☝️ Wir haben Deutschland überhaupt nichts angetan. Vor diesem Hintergrund lösen die unfreundlichen Schritte, mit denen wir am 1. September konfrontiert wurden – die Schließung unseres letzten verbliebenen Generalkonsulats in Bonn sowie des größten Zentrums russischer Kultur, des Russischen Hauses in der Friedrichstraße in Berlin – bei uns uneingeschränkte Empörung aus. Ein solches Vorgehen haben wir nicht verdient.

Auch die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands verlieren damit den Zugang zu russischer Kultur und zu notwendigen konsularischen Dienstleistungen. Betroffen ist ebenso die russische Diaspora: Gerade in den westdeutschen Bundesländern des Bonner Konsularbezirks lebt die größte Zahl unserer Landsleute, die auf konsularische Dienstleistungen angewiesen sind.

Das ist bedauerlich. Und so etwas wird gewiss nicht schnell vergessen.

@RusBotschaft

🌐 Web | X | Facebook | VK | YouTube | Instagram | WhatsApp | Newsletter
Wer in Berlin ist, nehme teil!
2
Wir Wollen Reden:
2. September 2026 - Regierungspressekonferenz | Komplette BPK https://youtube.com/watch?v=b134arrXFOE&is=anifOz5EG0lK9QSK
In der ersten halben Stunde dieser PK geht es um die Erkenntnisse der BuReg. zum Drohnenfund in Leipzig. Auch wenn man schon weiß, daß die Regierungssprecher seit Merkels Kanzlerschaft überwiegend heiße Luft und gequirlten Unsinn von sich geben, weil das eben der Wesensgehalt der Regierungspolitik war und ist, lohnt sich diese PK. Weil sie den Willen zu Eskalation dokumentiert.

Die Koalition der Kriegstreiber muss abgewählt werden, wir brauchen eine Neuauflage der Politik der guten Nachbarschaft!

Entspannungspolitik jetzt!

Nachtrag, 13:23 Uhr:

Die Regierung der rot-grünen Koalition unter Schröder / Fischer hat die Entspannungspolitik zerschossen. Und damit auch die letzten Reste der von Willy Brandt begonnenen Politik der guten Nachbarschaft abgeräumt. Merkel setzte die inzwischen umfassende Synchronisation der 'freien, unabhängigen Medien' nebst 'ausgewogenem' ÖR mit den Narrativen (den Erzählungen) der Herrschenden durch. Der Wesensgehalt dieser Narrative war und ist überwiegend heiße Luft und gequirlter, bösartiger Unsinn.

Der Wesensgehalt der Politik, die mit den Narrativen bemäntelt wurde, ist durchweg reaktionär und inhuman. Macht und Reichtum der Oligarchen bzw. "Superreichen" bzw. "Leistungsträger" wurden und werden vergrößert. Staat und Gesellschaft, also Strukturen und Menschen, in den Dienst der Gewinnmaximierung gestellt.

Wie weit die herrschenden Politiker und Profiteure dabei gehen, haben wir alle während der verfassungswidrigen Tyrannei der Maßnahmenpolitik erlebt.

Widerstand gegen die Kriegstreiber und -profiteure ist nötig und tut gut!
👍1
🎙Aus dem Interview des stellvertretenden Außenministers der Russischen Föderation Michail Galusin mit der Mediengruppe „Rossija Segodnja“ vom 29. August 2026
 
Die Stationierung von Bundeswehr-Spezialeinheiten für elektronische Kriegsführung in Litauen in unmittelbarer Nähe zur belarussischen Grenze ist ein ernster Schritt. Es liegt auf der Hand, dass er im Einklang mit den in Europa immer stärker werdenden Bestrebungen zur intensiven Militarisierung und zur Vorbereitung auf eine direkte bewaffnete Konfrontation mit Russland steht.
 
Unsere belarussischen Kollegen haben bereits auf die zynische Symbolik in den Handlungen der westlichen Nachbarn hingewiesen, die an die Vorbereitungen Hitler-Deutschlands auf den Überfall auf die UdSSR erinnern. Im Juni 2026 fanden in Litauen Übungen der 45. Panzerbrigade der Bundeswehr statt. Und vor 85 Jahren – am 22. Juni 1941 – fiel eine Infanteriedivision der Wehrmacht mit derselben Nummer – 45 – im Rahmen der Heeresgruppe Mitte in die Belarussische SSR ein und stürmte die Festung Brest. Das Ergebnis der Nazi-Aggression gegen die UdSSR waren jedoch das gefallene Berlin und die Fahne des Sieges über dem Reichstag. Darüber sollten alle, die heute offenbar von Revanche träumen, öfter nachdenken.
 
Wir müssen zweifellos alle Risiken berücksichtigen, die mit der provokativen Politik der westlichen Nachbarn verbunden sind. In voller Übereinstimmung mit dem russisch-belarussischen zwischenstaatlichen Vertrag über Sicherheitsgarantien im Rahmen des Unionsstaates werden Bedrohungen gegen unseren engsten Verbündeten als Herausforderung für den gesamten Unionsstaat und unmittelbar für Russland gewertet. In diesem strategischen Dokument ist ein klarer Algorithmus für die gemeinsame Reaktion auf jegliche Bedrohungen unter Einsatz aller vorhandenen Kräfte und Mittel festgelegt, an den wir uns strikt halten.
 
🔗 Quelle
 
@RusBotschaft

🌐 Web | X | Facebook | VK | YouTube | Instagram | WhatsApp | Newsletter
Die neun sind ausgetreten, die BSW Fraktion im thüringer Landtag ist Geschichte.
Wo, bei welcher Partei, die neun wohl landen werden?
Montag 7.9.26 in München
Heute jährt sich zum 56. Mal der Sieg des Sozialisten Salvador Allende, des Kandidaten des linken Parteienbündnisses „Volksunion“, bei den Präsidentschaftswahlen in Chile. Zum ersten Mal in der Geschichte stimmten die Einwohner eines kapitalistischen Landes bei einer Wahl für eine Regierung, die den Aufbau des Sozialismus anstrebte. Nach seinem Sieg sagte Allende in einem Interview: „Ich habe keine andere Alternative, und nur wenn sie mich mit Kugeln durchsieben, können sie erreichen, dass ich das Programm des Volkes nicht umsetze…“

Dieses Foto entstand drei Jahre später. Es zeigt eine Demonstration zur Unterstützung der Regierung von Salvador Allende in Santiago am 4. September 1973. Bis zum Putsch blieb genau eine Woche Zeit. Mehr als eine Million Menschen. All diese Menschen waren unbewaffnet. Sie waren gekommen, um sich von Allende zu verabschieden.

... „Sagen Sie Ihrem General, dass der Präsident Chiles nicht mit dem Flugzeug flüchtet; er soll versuchen, sich wie ein Soldat zu verhalten, und ich werde meine Pflicht als Präsident der Republik erfüllen können.“ – Das war die Antwort von Salvador Allende auf das Angebot der Putschisten, das Land während des Staatsstreichs zu verlassen. Santiago, 11. September 1973. Als er den nächsten Anruf mit dem beharrlichen Angebot eines Flugzeugs für ihn und seine Familie entgegennahm, riet Allende, der einen Helm trug und eine Maschinenpistole in der Hand hielt, den Putschisten, „sich dieses Flugzeug in den A… zu stecken“.

Und das ist meine alte Übersetzung der Erzählung „Der Name“ von Eduardo Galeano. Meiner Meinung nach ist dies einer der besten Texte, die über Allende geschrieben wurden:

In Mexiko, in den Bergen von Nayarit, gab es eine Gemeinde, die keinen Namen hatte. Seit Jahrhunderten suchte dieses Dorf der Huichol-Indianer nach einem Namen für sich. Und Carlos González fand ihn ganz zufällig.

Dieser Indigene der Huichol kam nach Tepic, um Saatgut zu holen und Verwandte zu besuchen. Auf dem Weg kam er an einer Müllhalde vorbei und hob ein Buch auf, das zwischen den Abfällen lag. Vor langer, langer Zeit hatte Carlos ein wenig Spanisch lesen gelernt, und im Schatten versteckt begann er, die Buchstaben und Sätze zu entziffern. In dem Buch ging es um ein Land mit einem seltsamen Namen, dessen Lage Carlos nicht kannte, von dem er sich aber vorstellte, dass es irgendwo sehr weit weg von Mexiko liegen müsse, und es erzählte von einer Geschichte aus jüngerer Zeit. Auf dem Rückweg, als er zu Fuß die Berge hinaufstieg, las Carlos weiter. Er konnte sich von dieser Geschichte voller Albträume und Mut einfach nicht losreißen. Der Hauptheld des Buches war ein Mann, der sein Wort halten konnte. Als er ins Dorf zurückkehrte, verkündete Carlos freudig:
„Wir haben schon einen Namen!“

Und er las das Buch noch einmal laut vor, für alle. Diese holprige Lesung dauerte fast eine ganze Woche. Dann stimmten 150 Familien ab. Alle waren dafür. Und unter Gesang und Tanz wurde das Dorf endlich mit einem eigenen Namen getauft.

Man wählte den Namen eines würdigen Mannes, der es verstanden hatte, sich zwischen Verrat und Tod zu entscheiden.

— „Ich gehe nach Salvador Allende“, sagen heute die Reisenden.

https://t.me/olegyasynsky/2452