Wir Wollen Reden:
397 subscribers
3.22K photos
988 videos
66 files
5.4K links
Wir wollen reden.
Download Telegram
Forwarded from IndikativJetzt
Leitmedien berichten bereits jetzt über die angekündigten Schülerproteste von #GenzRegelt in Deutschland und teilen als Serviceleistung sogar für München die Verlegung des Versammlungsorts vom Marienplatz zum Geschwister-Scholl-Platz mit, weil der Marienplatz belegt sei.

Es wird natürlich komplett verschwiegen, dass der Marienplatz von "München steht auf" belegt ist, die seit vielen Jahren friedlich für Grundrechte und Frieden auf die Straße gehen.

Ich kenne es selbst noch aus der Zeit, als ich Mitglied der Orga war und in der Zeit der gewaltigsten Grundrechtseinschränkungen und der größten systematischen Ausgrenzung in der Geschichte der BRD Woche für Woche Pressemeldungen geschrieben habe. Es hat in den Redaktionen niemanden interessiert. Sprach ich Journalisten auf dem Platz an, feixte man, dass man schon ein paar passende Bilder hätte. Es wurde irgendetwas gesucht, was man skandalisieren konnte. Das gelang zwar meist nicht so, dass es für einen objektiven Bericht gereicht hätte, aber dann hat man halt ein Meinungsstück daraus gemacht. Mehrere Demos, die ich mit dem Wir-gemeinsam-Bündnis selbst organisiert hatte und auf denen ein breites Themenfeld von in der Münchner Stadtgesellschaft teilweise sehr bekannten Rednern angesprochen wurde, wurden mit keinem Wort erwähnt. Was hätte man auch sagen sollen? Die Redner haben mit ihren Inhalten völlig recht? Das wäre ja undenkbar gewesen. Und da es auch keine Skandale gab, keine Esoterik, keine Gewalt, keine zweifelhaften Redebeiträge, haben die Leitmedien gemacht, was man in so einem Fall macht: geschwiegen.

Es hat also eine Bedeutung, wenn Instrumente der Propdagandamaschine etwas verschweigen und erst recht, wenn sie etwas bewerben. Für mich ist die Angelegenheit damit klar und ich höre auf das Bauchgefühl, das ich von Anfang an hatte.

Den jungen Menschen und uns allen wünsche ich, dass sie endlich das tun, was viele erwarten. In Massen friedlich auf die Straße zu gehen, unabhängig von Interessen der Macht und gegen deren Widerstand, nicht mit deren wohlwollender Begleitung und Instrumentalisierung. Sie werden sehr schnell merken, wo die Grenze verläuft. Bessere Bildung kann man gerne fordern. Das ist harmlos. Sich gegen den Krieg zu verwehren? Da herrschte schon ein etwas anderer Wind. Die Zentren der Macht direkt zu adressieren, weist den richtigen Weg. Da wird es ungemütlich.

Sind sie bereit, diesen Weg zu gehen und in der veröffentlichten Meinung und bei den Leichtgläubigern, zu denen ggf. auch ihre Eltern gehören, zu Nazis, Reichsbürgern und Schwurblern zu werden?
Forwarded from Wir Wollen Reden:
👍1
Wir Wollen Reden:
Die Jugend rebelliert – und die Eliten verstehen die Welt nicht mehr https://www.nachdenkseiten.de/?p=157818
" ... brennenden Barrikaden. Auch in Deutschland sind die politischen und medialen Eliten über so viel Ungehorsam entsetzt. Biologisch und geistig alte Männer pöbeln in den sozialen Netzwerken. Wie können die jungen Menschen nur so undankbar sein? Haben sie denn keinen Respekt mehr vor dem Eigentum anderer Leute? Doch wer diese Fragen stellt, hat das Problem offenbar nicht verstanden. Eine Gesellschaft, die ihrer Jugend systematisch die Zukunft nimmt, darf sich nicht wundern, wenn diese irgendwann auf die Barrikaden geht. Die eigentliche Frage ist nicht, warum Frankreichs Jugend rebelliert, sondern warum sie es erst jetzt tut. Ein Essay von Jens Berger.

Es begann mit einer Forderung: Frankreichs Schüler wollten mehr Lehrer, bessere Schulen und vernünftige Lernbedingungen. Unerhört. Sie wollten keine Weltrevolution, keine Abschaffung des Kapitalismus, ja noch nicht einmal eine grundlegende Reform des Bildungssystems. Die Jugend wollte schlicht, dass der Staat seine elementarsten Aufgaben erfüllt. Doch selbst das scheint im Frankreich des Jahres 2026 bereits eine radikale Forderung zu sein. Und nicht nur dort.

Aus den Schülerprotesten wurde eine landesweite Bewegung. Während die Deutschen in ihrer Duldungsstarre verharren, gingen unsere Nachbarn auf die Straße. Gewerkschaften schlossen sich an, Hunderttausende demonstrierten gegen Sparpolitik, steigende Lebenshaltungskosten und den Verfall öffentlicher Dienstleistungen. Schließlich eskalierten Teile der Proteste in Gewalt. Das ist praktisch. Seither dominieren Bilder brennender Autos und geplünderter Geschäfte die Schlagzeilen. Über die ursprünglichen Forderungen spricht kaum noch jemand.
...

Willkommen in der Gesellschaft der Überflüssigen

Bereits 2011 veröffentlichte der Sozialpsychologe Götz Eisenberg auf den NachDenkSeiten einen bemerkenswerten Text über die damaligen Jugendunruhen in England. Sein Titel: „Die große Wut der Überzähligen“. Eisenberg beschrieb eine Generation, die von der Gesellschaft nicht mehr gebraucht wird, deren Arbeitskraft entbehrlich erscheint und der die Möglichkeit genommen wurde, durch eigene Anstrengung ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Fünfzehn Jahre später scheint diese Analyse aktueller denn je.

Unser profit- und renditeorientiertes Wirtschaftssystem hat ein Problem, das in der beginnenden KI-Ära, der zweiten digitalen Revolution, nicht geringer geworden ist. Es braucht die jungen Menschen als Konsumenten, aber immer weniger von ihnen als gut bezahlte Arbeitskräfte. Es verspricht ihnen unbegrenzte Möglichkeiten, bietet ihnen aber allzu oft nur prekäre Beschäftigung. Es verlangt Flexibilität, Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung, verweigert ihnen jedoch die materielle Grundlage für ein eigenständiges Leben. Sicherheit, Planbarkeit und Zukunft sind abstrakte Visionen einer vergangenen Zeit. Der Gesellschaftsvertrag wird brüchig.

Eine eigene Wohnung? Für viele unbezahlbar. Eine sichere berufliche Zukunft? Zunehmend ein Privileg. Eine Familie gründen, Kinder bekommen, sich etwas aufbauen? Das alles wird für immer mehr junge Menschen zu einem Wunschtraum. Und je mehr Pech man in der Spermienlotterie hatte, desto hoffnungsloser der Traum.
...

Die doppelte Moral des Eigentums
...

Selbstverständlich ist es verwerflich, Geschäfte auszurauben oder das Eigentum Unbeteiligter zu zerstören. Doch bemerkenswert ist, wie selektiv unsere Gesellschaft den Begriff der Plünderung verwendet. Wenn ein Jugendlicher einen Fernseher aus einem Geschäft trägt, ist er ein Plünderer – vor allem dann, wenn er auch noch einen Migrationshintergrund hat. Bilder von brandschatzenden Barbaren tauchen da in unseren Köpfen auf. Wenn aber große Finanzinvestoren ganze Wohnungsbestände aufkaufen und anschließend die Mieten in die Höhe treiben, nennt man das unternehmerisches Handeln. Wenn die kleinen Geschäfte in den Innenstädten nicht von „vermummten Schlägern“, sondern von Private-Equity-Firmen geplündert werden, ist das Marktwirtschaft. Wenn die öffentliche Infrastruktur durch jahrelange Kürzungspolitik verkommt, ist das Haushaltsdisziplin.
❤2
Wir Wollen Reden:
Die Jugend rebelliert – und die Eliten verstehen die Welt nicht mehr https://www.nachdenkseiten.de/?p=157818
Wenn die Steuerpolitik die Vermögenskonzentration begünstigt, spricht man von Standortwettbewerb. Merke: Die Zerstörung der Gesellschaft ist gut, wenn sie von oben kommt, und böse, wenn sie von unten kommt.

Und bevor sich der eine oder andere Leser nun empört: Natürlich sind dies rechtlich völlig unterschiedliche Vorgänge. Doch die moralische Empörung folgt offenbar weniger dem gesellschaftlichen Schaden als der Frage, wer ihn verursacht.
... "
Forwarded from Susan Bonath
"100 Häfen weltweit mobilisieren sich, um Waffenlieferungen nach Israel zu blockieren

Hafenarbeiter in rund 100 Häfen weltweit bereiten sich auf einen koordinierten internationalen Aktionstag am 30. Oktober vor, um gegen Israels Völkermordkrieg gegen den Gazastreifen zu protestieren und den Transport von militärischer Fracht zu stören..."

https://daysofpalestine.ps/100-ports-worldwide-mobilize-to-block-arms-shipments-to-israel/
❤2👌1
Forwarded from Media Guerilla Berlin
Laut diversen Geopolitik-Kanälen wie Mario Nawfal, Judge Napolitano, Indian & Global Left, Danny Haiphong, Dialogue Works, Glenn Diesen, Kim Iversen, Neutrality Studies usw. bereiten Israel und die USA eine 3. Angriffswelle auf den Iran vor. Wahrscheinlich noch an diesen Wochenende und wie gewohnt nach Börsenschluss. Mehrere russische Militärtransportflugzeuge (darunter eine Il-176TD) sind im Iran gelandet und evakuieren. Beim zionistischen Gebilde stehen für den 27. 10. Wahlen an. Gut möglich, dass Netanjahu diese durch einen Krieg verhindern will.

Der Iran seinerseits hat seine (passive) Militärdoktrin grundlegend überrbeitet und vollzieht einen Wechsel hin zu einer offensiven Doktrin. Im Falle eines erneuten Überfalls plant der Iran auch Boden-Invasionen in arabische Nachbarländer. Zudem wurde angekündigt, dass Angriffe auf Flugzeugträger dann nicht mehr nur als Nadelstiche mit kleinen Drohnen erfolgen sondern auch mit schweren Antischiffsraketen mit denen man die Versenkung der Schiffe anstrebt.
Forwarded from Media Guerilla Berlin
Media Guerilla Berlin
Photo
Kleine Notiz am Rande: Das mit der Boden-Invasion könnte sich primär wohl nicht nur auf Kuwait oder den Nord-Irak beziehen. Auch wenn der Jemen sehr klein und Saudi Arabien sehr groß ist; der Jemen hat mehr Einwohner als Saudi Arabien und die leben mehrheitlich (80%) dort, wo Ansar Allah die Kontrolle hat. Und wenn der Iran den Süd-Irak als Aufmarschgebiet nutzt und mit den schiitischen Milizen im Norden von Saudi Arabien eine 2. Front eröffnet, dann wäre diese Zweifronten-Zange der absolute Albtraum und das nicht nur für Saudi Arabien.